Hamburg. Seit gut einem Jahr ist beim Besuchs- und Begleitdienst (BBD) nichts wie es mal war. Wo sonst betagte Menschen besucht werden, klingelt jetzt eher das Telefon, denn viele Senioren möchten aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nicht besucht werden. Aber auch viele Helfer verzichten gerade auf Besuche, auch wenn diese seit vergangenem Sommer wieder möglich sind. „Ich überlasse es den Ehrenamtlichen, ob sie das machen möchten. Viele sind selbst über 70 Jahre alt“, sagt Maria Müller, die den Hamburger Dienst seit elf Jahren leitet. Ältere Ehrenamtliche telefonierten jetzt eher, anstatt zu besuchen und kauften für die Senioren ein, so Müller. „Die Wintermonate waren ganz schlecht für den BBD“, weiß die 61-jährige Volksdorferin. Denn Unterhaltungen auf Balkonen waren wegen der Witterung oft schlicht nicht möglich. „Doch die Zeit kommt jetzt wieder. Heute haben wir eine Anfrage von einem Ehepaar bekommen, das gern wieder raus möchte und nach der Impfung auch wieder offen für Treffen ist. Dann werden wir eher die jüngeren Ehrenamtlichen einsetzen.“ Derzeit seien 48 von 54 Ehrenamtlichen im Alter zwischen 22 und 82 Jahren beim BBD im Einsatz. Die große Altersspanne bringt auch Herausforderungen für Maria Müllers Engagement mit sich. Denn es gäbe auch Ehrenamtliche, die keinen Computer hätten und für die sie jegliche Informationen per Post zustelle. Auch das Kontakthalten sei ganz unterschiedlich, mit manchen habe sie mehr, mit manchen Ehrenamtlichen weniger Kontakt, denn seit vergangenem Herbst habe es keine Gruppentreffen mehr gegeben. Aber in der kommenden Woche sei ein Online-Gruppentreffen mit den neuen, jüngeren Ehrenamtlichen geplant.
Auch wenn normale Besuche beim BBD derzeit noch die Ausnahme sind, gibt es für viele der neuen Ehrenamtlichen die Möglichkeit, in den Hamburger Malteser-Pflegeheimen am Empfang zu unterstützen. So melden sie beispielsweise die Besucher an, leiten diese durch die Gebäude und achten darauf, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Langsam laufe auch ein weiteres Hilfsangebot an, so Müller weiter. Und zwar, dass Ehrenamtliche die Senioren zum Termin ihrer Corona-Schutzimpfung begleiten. Sehnsüchtig erwartet werden auch schon die Senioren- und Spielenachmittage für Hausnotrufkunden, die normalerweise mehrfach im Jahr im Malteser Hospiz-Zentrum in Volksdorf und in der Diözesangeschäftsstelle in Steilshoop stattfinden. „Wir stehen in den Startlöchern, selbst wieder Kuchen zu backen. Senioren und Helfer freuen sich schon sehr darauf“, verrät Müller.