Über 4000 Malteser aus der ganzen Welt haben Papst Benedikt XVI. zwei Tage vor der Ankündigung seines Rücktritts in Rom hautnah erlebt. Zur 160-köpfigen deutschsprachigen Delegation gehörten auch zehn Malteser aus dem Bezirk Ostalb. Anlass für den viertägigen Besuch der Malteser in der Ewigen Stadt war die 900-Jahr-Feier der Bulle „Piae postulatio voluntatis“ von Papst Paschalis II., mit der die Gemeinschaft aus Jerusalem als Orden anerkannt worden war. Gleichzeitig feierten die Malteser von Deutschland ihr 60-jähriges Bestehen.
„Er ist gebrechlich, das hat man gesehen. Wir haben ihn ja aus nächster Nähe erlebt“, schildert Anton Baumann aus Ellwangen seinen Eindruck von Papst Benedikt XVI..
Die Malteser haben den Pontifex am Samstagvormittag beim Gottesdienst im Petersdom und anschließend beim Empfang in der Audienzhalle erlebt. Unter den 160 Teilnehmern aus Deutschland waren 20 Ordensmitglieder sowie 70 Ehrenamtliche der seniorengarten.liver Diözese Rottenburg-Stuttgart, unter ihnen: vier Malteser aus Aalen, zwei aus Ellwangen (darunter Stadtbeauftragter Stephan Meßmer), zwei aus Schwäbisch Gmünd, einer aus Dalkingen (Tobias Baumann) sowie der Bezirksbeauftragte der Malteser, Michael von Thannhausen, mit seiner Frau. „Das wird für uns alle ein bleibendes Ereignis“, fassen die Aalener Malteser Alexander Rettenmaier (Stadtbeauftragter), Thorsten Jankowski, Bernd Schiele und Sabine Würth (Bezirksgeschäftsführerin) die Eindrücke aus Rom zusammen.
Die deutschen Malteser fuhren in der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. zwei Mal mit tausend Menschen mit Behinderung und Pilgern nach Rom. Drei Mal stellten die Malteser bei den Besuchen des Heiligen Vaters in Deutschland den Sanitätsdienst. Seit Benedikts Bayern-Besuch 2006 gelten die Malteser als „päpstliche Sanitätsgarde“. Der Papst ist Mitglied im Malteserorden und Ehrenmitglied im Malteser Hilfsdienst.
Italienische Kaufleute hatten um die Mitte des 11. Jahrhunderts in Jerusalem eine Hospitalbruderschaft gegründet, um Pilgern aus ihrer Heimat und dann auch aus anderen Ländern Schutz und Hilfe in der heiligen Stadt des Christentums zu geben. Aus dieser Bruderschaft wurde im Laufe eines halben Jahrhunderts ein Orden der katholischen Kirche, der heute noch als Malteserorden existiert. Er ist zugleich der älteste Krankenpflegeorden als auch der erste zentralistisch aufgebaute Orden der Kirche, mit internationaler Mitgliedschaft und Aufgabenstellung.
(Ipf- und Jagstzeitung, 15.02.2013)