Die Krankenwoche ist gigantisch

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 52. Krankenwoche fühlen sich gemeinsam mit den Malteser-Helferinnen und -Helfer sehr wohl auf dem Schönenberg.

"Das ist ja gigantisch, was hier abgeht“, schwärmt Erika Baum aus Sachsenheim von der „sehr beeindruckenden Krankenwoche“, den Aktivitäten der Vereine und dem Engagement der Malteser. „Ich habe auch das Gefühl, dass ich gebraucht werde.“ Die Krankenschwester ist seit 1. Juni im Ruhestand und im Haus Schönenberg zum ersten Mal als Helferin dabei.

 

"Es sind alle sehr kommunikativ, sehr offen, sehr freundlich“, schildert sie die Atmosphäre bei der Krankenwoche. Ein an der Muskelerkrankung ALS leidender und inzwischen verstorbener Bewohner des Albert-Knapp-Heims in Ludwigsburg, wo Erika Baum in der Wohnbereichsleitung tätig war, machte sie auf die religiöse Freizeit aufmerksam, bei der sich der Todkranke geborgen fühlte. Dass sie jetzt eine Woche lang mithilft, betrachtet die Sachsenheimerin als „eine Art Vermächtnis“ von Alfred Gropp.

 

Die rund 50 Helferinnen und Helfer unter Leitung von Hildegard Herfort aus Stödtlen und Robert Sekler aus Rattstadt kümmern sich im Zwei-Schichten-Betrieb mit Geduld und Hingabe um die 76 Teilnehmer der Krankenwoche. Oberbürgermeister Karl Hilsenbek begrüßte am Sonntag die Gäste und wünschte ihnen eine schöne Woche in Ellwangen. „Es ist ein gegenseitiges Beschenken“, sagt Ursula Hieber aus Ellenberg. Hedwig Klein aus Stödtlen ist mit 84 Jahren die älteste Helferin, Claudia Feil aus Birkenzell mit ihren 20 Lenzen die jüngste.

 

Die Woche über ist ein buntes Programm geboten: Es reicht von Auftritten der Ellwanger Bürgergarde, der Hohenberger Musikanten, des Liederkranzes Stödtlen, der Musikvereine Rattstadt und Pfahlheim über die Präsentation der Besuchshunde der Ellwanger Malteser bis zu einem Vortrag von Markus Krämer von der „action spurensuche“ über den Volksmissionar und Jesuitenpater Philipp Jeningen. Außerdem werden Basteln und Kutschfahrten mit Planwagen angeboten. Den gestrigen Krankengottesdienst mit Krankensalbung in der Schönenbergkirche umrahmten die Rattstadter Jungmusiker. Ein Grillfest mit dem Duo Rettenmeier schloss sich an

 

Ein Höhepunkt war der Ausflug in die Ellwanger Innenstadt mit zwei Malteser Rollstuhlbussen und vier Mannschaftsbussen der Feuerwehren Ellwangen, Pfahlheim, Ellenberg und Tannhausen. Eindrucksvoll gestaltete sich der Abend mit dem „singenden Polizisten“ Helmut Argauer, der den Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold und das bayerische Gesangsduo „Burgl & Hardl“ (Nothburga und Leonhard Schmiedt) mitgebracht hatte. Jürgen Hornung, Vorstand der VR-Bank Ellwangen, überreichte an den ehrenamtlichen Geschäftsführer der Malteser, Anton Baumann, einen Scheck über 500 Euro für die Krankenwoche. Die Bewirtung übernahm der Frauenkreis Eigenzell. Heute Abend singt der Kirchenchor Schönenberg, danach ist Lichterprozession.

 

„So was ist schon einmalig, ich bin sprachlos“, sagt Karin Sailer, die mit ihrer 96-jährigen Mutter Maria Waldraff aus Fellbach da ist. „Wenn ich nächstes Jahr noch lebe, komme ich wieder“, verspricht die älteste Teilnehmerin der Krankenwoche. Rollstuhlfahrer Thomas Ziegler (21) aus Stimpfach, der Jüngste, der sich über seine Mutter Anneliese und einen Sprachcomputer verständigt, imponieren Pfarrer Roland Renz und seine Predigten. Der Leiter des Hauses Schönenberg, Alfred Stuhl, lobt die Kooperation mit den Maltesern.

 

(Ipf- und Jagstzeitung, 27.07.2012)


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