Vier Jahre Krieg in Syrien: „Eine der größten humanitären Katastrophen – mehr Anstrengungen nötig“

Köln. Zum vierten Jahrestag des Bürgerkriegs in Syrien fordern die Malteser von der internationalen Gemeinschaft, gerade angesichts der immer noch fehlenden politischen Lösung, mehr Anstrengungen, um die gewaltige Not der Zivilbevölkerung zu lindern. „Es ist eine der größten humanitären Katastrophen der letzten Jahrzehnte. 16 Millionen Menschen, fast so viele wie die Niederlande Einwohner hat, sind in der Region dringend auf lebenswichtige Hilfe angewiesen“, so Oliver Hochedez, Nothilfe-Koordinator von Malteser International. „Die medizinische Versorgung in Syrien ist nahezu zusammengebrochen, die Nachbarländer, in die Millionen Syrer geflohen sind, stehen am Rande ihrer Kapazitäten. Humanitäre Hilfe in Syrien selbst muss unter schwierigsten Bedingungen erfolgen.“

In den vergangenen vier Jahren wurden in Syrien mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser zerstört oder schwer beschädigt. „Jeden Tag werden in Syrien rund 1.500 Säuglinge unter schwierigsten Bedingungen und ohne medizinische Hilfe zur Welt gebracht“, berichtet Hochedez. „Der Mangel an Medikamenten und medizinischem Personal sowie die unzureichende Versorgung der medizinischen Einrichtungen mit Strom und Wasser führen etwa zu Operationen ohne Anästhetika.“

In einem Feldkrankenhaus in der türkischen Grenzstadt Kilis behandeln die Malteser monatlich etwa 80 syrische Flüchtlinge post-operativ, mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder unter 15 Jahren. „Viele Patienten haben durch Krieg und Flucht schwere Verletzungen am Körper, an Armen und Beinen erlitten“, sagt Hochedez.  Physiotherapeuten helfen ihnen, besser mit der Behinderung umzugehen und ihre Beweglichkeit zu trainieren. Im Norden des Libanon sucht Malteser International mit einer mobilen Klinik entlegene Dörfer auf, um Flüchtlinge und mittellose Einheimische zu behandeln, und stattet Gesundheitszentren mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung aus.

Im Jahr 2014 betreute Malteser International – finanziell gefördert durch die Bundesregierung - gemeinsam mit seinen lokalen Partnern rund 15.000 verletzte und erkrankte syrische Flüchtlinge und Vertriebene in Feldhospitälern, Gesundheitszentren und mobilen Kliniken. Fast 110.000 Menschen wurden mit überlebensnotwendigen Hilfsgütern, Nahrungsmitteln, Haushalts- und Hygieneartikeln sowie Winterkleidung versorgt.

Achtung Redaktion:
Oliver Hochedez, Nothilfe-Koordinator von Malteser International, steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung. Vermittlung: Tel. 0221 / 9822-120.
Fotos zum Download finden Sie hier.

Die Malteser rufen zu Spenden für die Menschen in der Region auf:
Malteser Hilfsdienst e. V.
Konto IBAN: DE103 7060 120 120 120 001 2
BIC: GENODED 1PA7
Stichwort: „Nothilfe Syrien“
Oder online: http://www.malteser-spenden.de

Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund 100 Projekten in mehr als 20 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von deren Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung. Die christlichen Werte und die humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org und www.orderofmalta.int

Weitere Informationen:
Malteser Pressestelle
Tel. 0221- 9822-125 / - 120
presse@malteser.org
www.seniorengarten.live


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