Eineinhalb Jahre hat Michael Müller auf diese fünf Tage hin gearbeitet. Der Katholikentag ist für den „S4“, der verantwortlich ist für die Organisation der Unterkunft, die Logistik und die Versorgung der 500 Helfer, der Abschluss einer intensiven Zeit. Der 41-Jährige wollte, wie er sagt, „eigentlich operativ tätig sein, also Rettungsdienst machen, eine Unfallhilfsstelle leiten“, - direkt den Menschen helfen. Doch die Einsatzleitung im Generalsekretariat sah ihn für die Aufgabe als Chefplaner wie geschaffen. Kurz sträubte er sich, dann willigte er ein.
Müller strahlt die Ruhe aus, die so eine gigantische Vorbereitung und Veranstaltung braucht. Viele, viele Stunden hat er im Team mit seinen Mannheimer Kollegen Wolfgang Hettinger und Mathias Geist hierfür investiert. Denn: Einen Katholikentag hat man meist nur einmal im Leben in der eigenen Stadt. Als Mannheimer hat man mehr als 100 Jahre warten müssen, bis es wieder soweit war…
Jetzt läuft der Einsatz: ruhig, mit wenigen Hilfeleistungen, und die Helfer loben Unterkunft und Verpflegung. Die Duschen sind warm – lässt man sie etwas länger laufen. Das Essen ist prima, heißt es auf den Fluren. „Das Geld in den Caterer ist gut investiert. Es hat nur uneingeschränkte Zustimmung gegeben“, ist S4 Michael zufrieden. Mit Reklamationen hätte er auch umgehen können – das ist bei der Telekom sein Hauptberuf. Doch das hätte ihn geärgert. Denn Müller weiß, was Helfer wünschen.
Die Kollegen müssen gerade während langer Einsätze, die sich über mehrere Tage erstrecken, gut versorgt sein, dann können sie auch erstklassig helfen. „Schließlich retten wir Leben – da soll alles passen“, betont Müller. Einen guten Draht hat er in den vergangenen eineinhalb Jahren zu Stefan Franke in Vechta aufgebaut. Franke, der „alte Hase“ für die Einsatzunterstützung, hat Müller viele Tipps gegeben. Und ihm den Rücken gestärkt. Malteser Teamarbeit – über hunderte Kilometer Entfernung.
Wenn am Sonntag der Katholikentag zu Ende geht, bricht für Michael Müller eine neue Zeit an. Er wird nicht nur tags darauf 42 Jahre alt, sondern er wird auch wieder mehr Freizeit haben. „Ich bin froh, am Sonntag einen Haken dran zu machen und dann am Montag feiern zu können“, sagt er. Ob es wieder 500 Gäste sind, die er dann bewirten muss? „Nein, dann im ganz kleinen Kreis“.