Mit einem Neubau für die Zukunft gerüstet

Guten Tag, Schwester Caelina. Ist bei Ihnen wieder so etwas wie Alltag eingekehrt?

Es fängt an, ja. Die Kinder gehen wieder zur Schule, sie haben ihre Tests, ihre Sportveranstaltungen. Auch Essen bekommen wir jetzt wieder genug – Gemüse und Milch eben aus anderen Gegenden, nicht aus der Gegend um Fukushima. Nur Fisch ist noch schwierig zu bekommen.

Das Haus ist schwer beschädigt, Teile davon können Sie nicht nützen. Wie dringend ist der Start des Neubaus?

Besonders für die Älteren ist es schwer. Wir mussten einiges zusammenlegen. Sie schlafen jetzt zu dritt in einem Zimmer. Da sind sie froh über seltene Gelegenheiten, wo sie allein im Zimmer sind und die Tür zumachen können. Außerdem – gerade hat es in Neuseeland wieder eine Stadt getroffen, die schon vor ein paar Monaten von einem Erdbeben erschüttert worden ist. Das kann uns auch passieren. Und was dann? Das neue Haus soll in puncto Erdbebensicherheit besser gebaut werden. Wir wollen gerüstet sein.

Warum wollen Sie das neue Haus wieder am gleichen Ort erbauen? Es liegt nur 150 Kilometer von Fukushima entfernt?

Wir haben keine Alternative. Die Präfektur kann uns keine andere Einrichtung geben, wo wir einziehen könnten.

Gibt es denn gar keine staatliche Unterstützung?

Die gibt es, aber sie  ist mit sehr vielen Auflagen und Barrieren verbunden und das würde den Baubeginn auf lange Zeit verzögern. Ich weiß nicht, ob wir so lange warten können.

 (Die Fragen stellte G. Doringer)


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