Hilfsorganisationen gründen Netzwerk zur inklusiven Katastrophenvorsorge: Menschen mit Behinderung müssen in der Katastrophenvorsorge beteiligt sein

Köln/Yogyakarta. Vier internationale Hilfsorganisationen haben sich zusammengetan, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Katastrophenvorsorge zu fördern: Am Montag, 22.10.2012, gründeten Malteser International, der Arbeiter-Samariter-Bund, CBM und Handicap International in Yogyakarta anlässlich der fünften asiatischen Ministerkonferenz zur Katastrophenvorsorge ein Netzwerk der inklusiven Katastrophenvorsorge. Ziel ist die Beteiligung von Menschen mit Behinderung und ihrer Erfahrungen und Bedürfnissen bei der Formulierung von lokaler, nationaler und internationaler Katastrophenvorsorgepolitik..
“Menschen mit Behinderung sind im Katastrophenfall besonders gefährdet”, erklärt Roland Hansen, Abteilungsleiter Asien bei Malteser International. „Eine große Zahl der Opfer während und nach einer Katastrophe sind Menschen mit Behinderung und ältere Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen. Deshalb ist es sehr wichtig, Menschen mit Behinderung in die Vorsorgeplanung sowohl auf lokaler wie auf nationaler Ebene einzubeziehen.“
Im Rahmen einer begleitend zur Konferenz vom Netzwerk durchgeführten Veranstaltung stellten Menschen mit Behinderung aus Bangladesch, Pakistan und Fiji ihre Erfahrungen während Katastrophen vor und erklärten, dass eine Behinderung sowieso schon verwundbare Gruppen wie Frauen und Kinder noch verwundbarer mache. Sie betonten zudem, dass der Menschen mit Behinderung trotzdem eigene Kapazitäten einbringen könnten. Diese gälte es zu nutzen. Die Veranstaltung wurde über das Sektorvorhaben „Übergangshilfe zur Stärkung der Resilienz“ der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.
Das Netzwerk wird mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Selbstvertretungsorganiationen von Menschen mit Behinderung in Asien zusammenarbeiten. Geplante Aktivitäten sind zum einen eine umfassende Studie, um die Auswirkungen von Katastrophen auf das Leben von Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen repräsentativ zu erfassen. Zum anderen sollen Erfahrungswerte und bewährte Modelle aus bisherigen inklusiven Katastrophenvorsorgeansätzen zusammengetragen werden. Außerdem soll die Kapazität der Selbstvertretungsorganisationen gestärkt werden, so dass sie selbst aktiv an der nationalen und asienweiten Katastrophenvorsorgeplanung mitwirken können.
Das Netzwerk steht Organisationen offen, die in Asien zu Katastrophenvorsorge oder Behinderung arbeiten. Seine Aktivitäten werden unter anderem von Aktion Deutschland Hilft gefördert.

Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund 100 Projekten in mehr als 20 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von deren Religion, Rasse oder politischer Überzeugung. Die christlichen Werte und die humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org und www.orderofmalta.int

Weitere Informationen:
Dr. Claudia Kaminski, Malteser Pressesprecherin,
Telefon 0221/9822-125, Fax 0221/9822-78 125;
presse@malteser.org; www.seniorengarten.live


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