Köln. Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Hochwasser in Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kritisieren die Malteser, dass die Bundesländer zum Teil mangelhafte Richtlinien zur Förderung der Betroffenen vorweisen können. Dadurch werde den Menschen nicht so geholfen, wie es angesichts der schlimmen existenziellen, sozialen und psychischen Folgen notwendig sei. Der Vize-Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Edmund Baur, sagte auf der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz in Magdeburg: „Die Versprechungen zur schnellen und unbürokratischen Hilfe, die sowohl die Bundeskanzlerin wie auch die Ministerpräsidenten während des Hochwassers gemacht haben, sind immer noch nicht erfüllt.“ Baur forderte unter anderem eine Vereinheitlichung der Fördersummen in allen Bundesländern auf 80 Prozent aller Schäden ohne Obergrenzen. Ebenso dringlich sei die finanzielle Vorausleistung der Länder gegenüber den Betroffenen.
Die Malteser haben bisher 5,8 Millionen Euro für die Unterstützung von mehr als 22.000 betroffenen Menschen in Privathaushalten oder sozialen Einrichtungen in den vier Bundesländern ausgegeben und verplant. Das ist mehr als die Hälfte dessen, was die Malteser aus Spenden zur Verfügung haben (10,7 Mio. Euro).Verstärken werden die Malteser die soziale und psychologische Nachsorge für die Betroffenen. Vize-Präsident Baur: „Die Menschen sind mit dem Hochwasser längst noch nicht fertig. Sie brauchen mehr Unterstützung, weil die Katastrophe ihnen mehr genommen hat als ein sicheres Zuhause. Tausende sind traumatisiert und nicht in der Lage, bürokratische Hindernisläufe zu absolvieren.“ In Bayern wie in den mittel- und ostdeutschen Ländern suchen die Malteser die Menschen mit Beratungsmobilen oder an sozialen Treffpunkten auf, um ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Die Hilfsbereitschaft der Menschen war nach Einschätzung Baurs „großartig“. Sowohl die ehrenamtliche wie die finanzielle Unterstützung während der Überschwemmungen habe den Zusammenhalt in der Bevölkerung gezeigt.
Ein Video von der Pressekonferenz in Magdeburg finden Sie hier.
Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit • 72.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt • an 700 Orten • 1 Mio. Förderer und Mitglieder
Weitere Informationen:
Dr. Claudia Kaminski, Malteser Pressesprecherin,
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