Haiti: Fünf Jahre nach dem Erdbeben - Malteser verlängern Einsatz bis 2017

Port-au-Prince/Köln. Das vor fünf Jahren durch ein Erdbeben in großen Teilen zerstörte Haiti benötigt weiter Hilfen, trotz sichtbarer Fortschritte beim Bau von Krankenhäusern oder Schulen. Malteser International wird daher mindestens bis zum Jahr 2017 mit Experten den Wiederaufbau unterstützen. Zehn Millionen Euro setzte die katholische Hilfsorganisation bisher ein. Zusätzlich zum Erdbeben haben auch  tropische Wirbelstürme immer wieder Ernten vernichtet, so dass vor allem die Ernährung der armen Bevölkerung nicht gesichert ist. Hinzu kommen vor allem in der Regenzeit immer wieder Cholera-Ausbrüche.

Die Malteser setzen daher in den Bereichen Gesundheit, Ernährungssicherung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Katastrophenvorsorge vorrangig auf die Zusammenarbeit und gezielte Stärkung lokaler Partner. Thomas Hüfken, Programmkoordinator der Malteser in Haiti: „Wir wollen die Menschen langfristig von externer Hilfe unabhängig machen.“ Freiwillige der Partnerorganisationen arbeiten gemeinsam mit den Teams von Malteser International, um Projektmanagement, Logistik und andere Fertigkeiten langfristig selbst zu übernehmen.

Ein Beispiel ist das Mutter-Kind-Zentrum in Darbonne bei Léogâne: Es wurde 2012 eröffnet und gehört zu der Gesundheitsstation, welche die Malteser nach dem Erdbeben gemeinsam mit der Episkopalen Kirche wieder aufgebaut haben. Kontinuierlich wurden das medizinische Fachpersonal insbesondere in der Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Cholera sowie im Basisgesundheitswesen und die kirchlichen Mitarbeiter in Verwaltung und Management geschult.  - 2014 übergaben die Malteser das Mutter-Kind-Zentrum und die Gesundheitsstation an die Kirche, die beide Einrichtungen nun eigenständig führt. Erblickten anfangs in der Mutter-Kind-Station 25 Babys pro Monat das Licht der Welt, sind es jetzt bereits 70 im gleichen Zeitraum. Monatlich behandelt das Gesundheitsteam  rund 2.000 Patienten, kontrolliert bei mehr als 600 Kindern Wachstum und Gewicht und führt 400 Impfungen durch.

Malteser International hat in den vergangenen fünf Jahren rund 10 Millionen Euro in Maßnahmen der Not- und Wiederaufbauhilfe umgesetzt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf Hilfen und Trainings für Kinder und Jugendliche als den Zukunftsträgern des Landes. Mehr als 1.700 Schüler und 100 Lehrer profitieren von elf Schulen und einem Kindergarten, welche die Malteser erdbebensicher wieder aufgebaut haben. Insgesamt 6.000 Schüler und rund 400 Lehrer engagieren sich an 20 Schulen in sogenannten Schulbrigaden (LINK), die im Katastrophenfall für eine rechtzeitige Evakuierung und Erste Hilfe sorgen. Im Kampf gegen die Cholera-Epidemie behandelten die Teams über 1.000 Patienten; langfristige Präventionsmaßnahmen kamen mehreren 10.000 Haitianern zugute. In Cité Soleil, einem der größten Slumgebiete der westlichen Hemisphäre, verbessern die Malteser gemeinsam mit lokalen Partnern die sanitäre Grundversorgung für rund 12.500 Menschen und setzen sich mit einem umfassenden Müllmanagement für Sauberkeit und Hygiene der hier lebenden Menschen ein. Im Südosten des Landes verhalf Malteser International 900 Kleinbauernfamilien mit einer verbesserten Wasserversorgung, der Verteilung von Saatgut und der Anlage von Kleingärten zu einer sicheren und gesünderen Ernährung.

 

Achtung Redaktion:
Thomas Hüfken, Programmkoordinator von Malteser International auf Haiti, steht für Interviews und O-Töne zur Verfügung.

Fotos zum kostenlosen Download und Videomaterial aus Haiti finden Sie in unserer Mediathek.

 

Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Organisation leistet in rund 100 Projekten in mehr als 20 Ländern Hilfe für Menschen in Not, unabhängig von deren Religion, Herkunft oder politischer Überzeugung. Die christlichen Werte und die humanitären Prinzipien der Unparteilich-keit und Unabhängigkeit bilden die Grundlage der Arbeit. Weitere Informationen: www.malteser-international.org und www.orderofmalta.int

Weitere Informationen:
Dr. Claudia Kaminski, Malteser Pressesprecherin,
Telefon 0221/9822-125, mobil 0160 / 70 77 689;
presse@malteser.org; www.seniorengarten.live

 


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