Die Gassen des römischen Viertels Trastevere sind verschlungen und manchmal extrem eng. Doch ihre Schönheit lädt zum Verweilen ein. Der Herausforderung, das Viertel mit Rollstühlen zu entdecken, stellten sich die Pilger aus Speyer am Dienstag der Wallfahrt. Vom Fuße des Denkmals für Vittorio Emanuele II ging es am Dienstagnachmittag von der Piazza Venezia in Richtung Tiber.
Der brausende Verkehr tönte zunächst allen in den Ohren und so manche mehrspurige Straße musste im Laufschritt überwunden werden. Leider scheiterte ein kurzer Abstecher auf die Tiberinsel an den Absperrungen, mit denen die Polizei Rollerfahrer vom Durchfahren abhält. Mit dem Rollstuhl rüber? Keine Chance!
Nach dieser kleinen Enttäuschung genossen die Pilger umso mehr die Ruhe, die im früheren jüdischen Ghetto einkehrte. Vorbei an hebräischen Schriftzeichen und einer koscheren Metzgerei versorgte Seelsorger Andreas, der jahrelang in Rom gelebt hat, alle mit interessanten Details. Für das leibliche Wohl sorgte eine kleine Eisdiele an der romantischen Piazza Trastevere. Schokolade, Pistazie oder Vanille? Beim Plätschern des Brunnens konnten auch die Helfer durchatmen, die bis dahin einen ständigen Kampf mit dem Kopfsteinpflaster ausgetragen hatten.
Nach der kleinen Pause versammelten sich die Speyerer in der Kirche Santa Maria zu einem Gebet. Es folgte noch ein ganz besonderes Highlight: In einer gemütlichen Trattoria stand das Abendessen bereit: Schnell wurden Tische verschoben, eine Rampe hervorgezaubert und selbst die Kellner packten mit an, bis alle einen Platz gefunden hatten. Einem heiteren Abend mit Rotwein und Pasta stand nichts mehr im Wege.