Duisburg. Mehr Eigenverantwortung gegen eine mögliche demenzielle Erkrankung hat NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens von jedem Einzelnen gefordert. Zu Beginn des zweiten seniorengarten.livemenz-Kongresses bezeichnete sie Demenz als eine Gemeinschaftsaufgabe der Gesellschaft. Sie appellierte zugleich aber an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen: „Wir können das Risiko, an Demenz zu erkranken, minimieren, wenn wir frühzeitig drei wesentliche Faktoren in unserem Leben berücksichtigen: Bewegung, mediterrane Ernährung und soziale Kontakte.“
Rund 40 nationale und internationale Fachleute aus Wissenschaft und Praxis stellen ihre Erkenntnisse auf dem zweitägigen Kongress in Duisburg den etwa 250 Teilnehmern vor. Das Expertentreffen steht unter dem Motto „Sehen, was ist. Machen, was geht“. Mit dem Kongress, der Vorträge, Workshops und Diskussionen umfasst, wollen die Malteser die Sensibilität und das Wissen um Erkrankungen des Gehirns wie Alzheimer und Co stärken. „Das verschämte Wegschauen ist zwar heute nicht mehr Standard, aber das bewusste Erkennen von Möglichkeiten und Ressourcen bleibt dennoch oft auf der Strecke“, sagt der Geschäftsführer des Bereichs Medizin und Pflege der Malteser in Deutschland, Dr. Franz Graf von Harnoncourt.
Die Fachleute aus Schweden, den Niederlanden und Deutschland berichten über die aktuelle Forschung sowie neue Möglichkeiten der Versorgung demenziell erkrankter Menschen. Die „automatisierte Diagnostik von Alzheimer“, die „Messung der Alltagskompetenz von Demenzkranken“ und „Evaluationsergebnisse der Pilotstation für demenziell Erkrankte in einem Akutkrankenhaus“ werden ebenso vorgestellt wie das „Null-Toleranz-Projekt gegenüber Fixierungen“. Auch ethische Fragen, die oft mit Forschung und Pflege einhergehen, wie zum Beispiel „Was ist mit der Patientenverfügung, wenn ein Mensch an Demenz erkrankt?“, werden thematisiert.
Mehr als 75 Malteser Einrichtungen wie Krankenhäuser, Altenhilfeeinrichtungen und Tageseinrichtungen sowie über 80 überwiegend ehrenamtlich getragene Dienste sind in Deutschland auf Menschen mit Demenz ausgerichtet.
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