21.59 Uhr: Der erste Abend in Rom. Nun sind wir ja eilende Pilger und erreichen Rom bereits um 17.00 Uhr. Leider hat das Hotel (ist es eines?) die Zimmer immer noch mit den Gästen des Vortags belegt. Der Himmel ist grau, es regnet und genau so ist um 20 Uhr, nach drei Stunden des Wartens, die Stimmung der Pilger. Und dann kommt um 21 Uhr die Messe und ich merke den Damen und Herren an, wie erschöpft sie sind.
Eine Stunde Messe nach derart unglücklichem Ankommen ist einfach zuviel für die älteren Leute. Und so führe ich kurz vor dem Kollaps eine Dame mit Zeichen der Entkräftung auf ihr Zimmer. Schade, die Organisatoren der Messe haben sich diesen Verlauf des Abends bestimmt nicht gewünscht.
Und dann gibt es noch etwas sehr Schönes: Es setzt sich Herr von Löwenstein zu uns, und wir sprechen über die Ökumene und über das Verbindende und das Trennende. Und abseits aller theologischen Betrachtungen sehe ich auf einmal einen Mitpilger, auf der Trage liegend . Er schaut mich an und ich schaue zurück und spüre: Genau das ist Ökumene, Nachfolge Christi. Einigkeit im Herzen und in der Wahrheit. Aber als evangelischer Malteser respektiere ich auch, dass die Wahrheit gelegentlich ganz breit interpretiert werden kann. Aber an den Menschen kommen wir nicht vorbei - trotz aller theologischen Differenzen...
Dr. med. Frank Marx