Hier ist es bereits Abend und erst jetzt komme ich dazu, etwas von hier zu schreiben. Es war heute ein kalter und regnerischer Tag. Es ist der letzte Tag des Jahrgangs Heisei 22 Nen (wir würden sagen des Jahrgangs 2010). Morgen beginnen 2 neue Mitarbeiter. Seit letzter Woche sind sie schon da, aber als Praktikanten. Die Orientierungsphase sollte für die beiden eigentlich ganz anders ausgesehen haben. Vorgestern habe ich mir vormittags und nachmittags jeweils 1 Stunde Zeit genommen, um den beiden ganz wesentliche Dinge sagen und konkrete Fragen besprechen zu können. Beiden wünsche ich einen guten Anfang, viel Energie und eine grosse Portion Geduld mit den Kindern und mit sich selbst .
Heute am späten Nachmittag hatten wir wieder ein Nachbeben von der Stärke (schwach) 5, es lässt uns keine Ruhe. Im ganzen Heim ist alles noch so, dass, wenn ein grosseres Erdbeben kommen sollte, die Dinge nicht von den Schränken fallen, es hängen kaum Bilder an der Wand. In der Turnhalle sind auch 3 Wochen nach dem großen Erdbeben die Reservematten und Wolldecken aufgestapelt.
In dieser Woche haben einige Firmen uns ihren Besuch abgestattet. In 3 Zimmern wurden die Deckplatten erneuert, durch das Erdbeben wurde ein Waschbecken zerstört, in der Jungengruppe musste eine Zement-Kachel-Trennwand halb entfernt werden, da diese durch das Erdbeben gebrochen war. Fenster mussten gleich in 5 Räumen erneuert werden. Und, und, und.
Bislang benutzen wir noch das provisorische Bad, das grosse Bad für die Kinder und ein kleineres Bad müssen als nächstes auf den Plan der Renovierungsarbeiten.
Und wie geht es den Kindern, werden Sie fragen? Einige waren draußen trotz Regens, andere waren in der Turnhalle und haben sich dort ausgelassen, wieder andere spielen und vertreiben sich die Zeit mit Musik, Lesen, Spiel, aber auch kleine Diensten wie z.B. R chan und Cchan, die beiden haben gemeinsam den Flur gefegt, unser R kun half heute beim Abladen von Paketen, die angekommen waren, A kun sorgte zusammen mit dem Erzieher dafür, dass zum Schulanfang die Fahrräder wieder in Ordnung sind. Das ist alles nicht selbstverständlich, und doch gibt es dem Heim ein gewisses Flair.
Eine Ehemalige unseres Heims kam zu Besuch. Sie ist Krankenschwester und möchte in den Krisengebieten Freiwilligendienst leisten. Heute aber fährt sie zunächst nach Rikuzen-Takada - einer jener Orte, die durch die Tsunami fast völlig zerstört wurde. Dort will sie nach Verwandten Ausschau halten .
Danken möchte ich für diesen Tag, für die Begegnungen, seien sie nun direkt oder über Telefon, E-Mail, per Fax oder Brief, danken aber auch für das, was uns geschenkt ist, ohne es zu wissen, nämlich das Gebet so vieler Menschen im In- und Ausland . Ihnen allen ein herzliches "Vergelt's Gott"!
Blog Schwester Caelina - 31. März: Wieder ein Nachbeben
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