Blog Schwester Caelina 29. März: "Unaussprechlicher Wunsch, wieder nach Hause zu dürfen"

Am Montag hatten wir zwei Entlassungen aus dem Heim: Eine Oberschülerin, die demnächst in einer Wohngemeinschaft leben und in einem Altenheim hier in der Stadt arbeiten wird. Nachmittags verließ uns dann ein Junge, der in seine Familie zurückgeht. Für die zurückbleibenden Kinder und Jugendlichen stelle ich mir das gar nicht so leicht vor: Wahrscheinlich tragen sie im Herzen auch diesen unaussprechlichen Wunsch, wieder nach Hause zu dürfen.

Heute nun kommt ein zukünftiger Oberschüler des ersten Jahres zu uns. Wir erwarten ihn heute Nachmittag. Auch er hat ein plötzlich eintretendes schweres Schicksal zu tragen. Hinzu kommt, dass er, der bislang in einer Familie lebte, sich in einer Kinder -und Jugendgemeinschaft von ca. 60 Personen wird einleben müssen: Abschied von vielem Vertrauten, Einleben in einer neuen Umgebung, nicht nur der Lebensraum, nein, auch die Schule. Eine große Herausforderung für einen 15jährigen Jungen.

Auch wir als Kinderheim Fuji no Sono sind täglich herausgefordert. Wir haben uns den vielen Prüfungen und Krisen zu stellen. In diesem Herausgefordertsein wachsen wir mehr denn je zu einer wirklichen Gemeinschaft, wo alle mit- und aneinander zu tragen haben, wo alle aber auch Anteil haben an den Freuden, die uns geschenkt und zuteil werden.

Gruß und Segen

Schwester Maria Caelina


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