Blog Schwester Caelina, 27. März: Erinnerungen an die ersten Tage nach dem Beben

Heute Vormittag waren wir Schwestern zum Sonntagsgottesdienst in der Kirche von Ichinoseki.

Als ich dann während des Gottesdienstes das Evangelium von der Samariterin am Jakobsbrunnen hörte (Joh.4, 1-42), wurde ich unwillkürlich an die ersten Tage nach dem Erdbeben erinnert.

Am 11.3. nachmittags um 14:46 waren wir mit einem Male ohne Strom und ohne Wasser. Ohne Strom das ging noch, aber ohne Wasser! Wir holten aus unserem Notdepot Wasser, aber das reichte für ca. 90 Personen nicht mal für 1Tag. Was tun? Wassertransporter seien unterwegs, so hörten wir es im Radio, aber hier vor Ort tat sich nichts. Unsere Nachbarin vernahm unsere Not und sagte, wenn es uns recht wäre, könnten wir aus ihrem Brunnen Wasser schöpfen. Uns fiel ein Stein vom Herzen, dass es eine Möglichkeit gab, Wasser zu bekommen. Klein und Groß machten sich auf den Weg von morgens bis abends, um in Plastikflaschen oder Kanister Wasser zu schöpfen. Wie viel Wasser am Tage nötig ist, das  haben wir gerade in jener Zeit besonders erfahren. Um so mehr gewinnt die Evangeliumsstelle für uns in diesem Jahr besonders an Konkretheit. Existentiell durstig sein, um Wasser zu bitten macht demütig und Wasser zu schöpfen zeigt die menschliche Bedürftigkeit. Der Nachbarin haben wir sehr zu danken, aber der Dank bleibt dort nicht  stehen, sondern zeigt wieder einmal die Erfahrung, dass Gott der Immanuel, der Gott der mit uns ist.

Ich denke, dass es nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch und besonders für unsere Kinder und Jugendlichen eine wichtige Erfahrung war.

Ihnen einen gesegneten Woche

Schwester Maria Caelina


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